Stellplatz oder Campingplatz – was ist eigentlich der Unterschied?
(Und warum diese Entscheidung dir Urlaub retten oder komplett nerven kann)
Wenn du neu im Wohnmobil-Game bist – oder schon ein paar Touren hinter dir hast, aber jedes Mal wieder kurz vor der Buchung innerlich schreist – dann kommt diese Frage immer:
Stellplatz oder Campingplatz?
Klingt erstmal nach Haarspalterei. Ist es aber nicht.
Denn der Unterschied entscheidet darüber, ob du…
- entspannt ankommst oder erst mal diskutierst
- spontan bleibst oder streng nach Uhr lebst
- günstig reist oder dich fragst, wo dein Geld geblieben ist
- Ruhe findest oder Nachbarn mit Lichterkette, Bluetooth-Box und Grillrauch bekommst
Ich sag’s direkt:
👉 Es gibt kein besser oder schlechter.
👉 Aber es gibt ein „passt zu dir“ – und ein „nie wieder“.
Und genau das klären wir jetzt. Ehrlich. Alltagstauglich. Ohne Hochglanz-Gelaber.
Kurzfassung für Ungeduldige (du kannst später weiterlesen 😉)
Stellplatz
✔ günstiger
✔ spontaner
✔ einfacher
✔ oft mitten im Ort oder in der Natur
✖ weniger Komfort
✖ kaum Infrastruktur
✖ meist nur 1–3 Nächte erlaubt
Campingplatz
✔ volle Ausstattung
✔ ideal für Familien & längere Aufenthalte
✔ Spielplätze, Sanitär, Strom, Duschen
✖ teurer
✖ oft Regeln, Zeiten, Reservierungen
✖ weniger „Freiheitsgefühl“
Wenn du jetzt schon nickst oder innerlich widersprichst: perfekt.
Jetzt gehen wir ins Detail.
Was ist ein Stellplatz überhaupt?
Ein Wohnmobil-Stellplatz ist – ganz nüchtern gesagt – ein offiziell ausgewiesener Platz, auf dem du mit deinem Wohnmobil stehen und übernachten darfst.
Mehr nicht.
Kein Zelt.
Kein Wohnwagen (meist).
Kein „wir breiten uns mal aus“.
Typische Merkmale eines Stellplatzes
- speziell für Wohnmobile
- oft ohne Parzellen, einfach Fläche
- kurzer Aufenthalt (meist 1–3 Nächte)
- wenig bis keine Infrastruktur
- häufig kostenlos oder sehr günstig
- keine Animation, keine Rezeption im klassischen Sinn
Manche Stellplätze sind:
- kommunal (Stadt/Gemeinde)
- bei Winzern, Bauern, Gasthöfen
- an Seen, Häfen, Wanderparkplätzen
- reine „Übernachtungsplätze“
Und ja: Die Qualität schwankt enorm.
Typische Stellplatz-Ausstattung (realistisch, nicht idealisiert)
Je nach Platz kann es geben:
- ✔ Stromsäulen (oft Münze oder App)
- ✔ Frischwasser
- ✔ Entsorgungsstation für Grau- & Schwarzwasser
- ✔ Mülleimer
- ✔ manchmal Toilette
Aber genauso oft gibt es:
- ❌ keine Dusche
- ❌ kein Sanitärgebäude
- ❌ keinen Schatten
- ❌ keinen Spielplatz
- ❌ keine Reservierung
👉 Stellplätze setzen voraus, dass dein Wohnmobil autark ist
oder du zumindest damit klarkommst, wenn’s mal etwas rustikaler wird.
Für wen Stellplätze perfekt sind
Ganz ehrlich? Ich mag Stellplätze.
Aber nicht immer. Und nicht jeden.
Stellplätze sind ideal, wenn du:
- spontan reisen willst
- nur eine Nacht bleibst
- viel unterwegs bist (Roadtrip, Durchreise)
- keine Lust auf Regeln hast
- gern zentral im Ort stehst
- wenig Geld ausgeben möchtest
- abends ankommst & morgens weiterfährst
Besonders beliebt bei:
- Paaren
- Solo-Reisenden
- Vanlife-Fans
- Menschen mit gut ausgestatteten Fahrzeugen
Die Schattenseiten von Stellplätzen (real talk)
So schön Freiheit klingt – sie hat Ecken.
1. Laut, enger, voller als gedacht
Beliebte Stellplätze sind… beliebt.
Und dann stehen da:
- 20 Fahrzeuge auf engem Raum
- Generatoren
- Hunde
- spät ankommende Camper
- frühe Abfahrer
Romantik? Manchmal.
Parkplatz-Feeling? Auch.
2. Keine Garantie auf Ruhe
Stellplatz ≠ Ruheplatz.
Gerade innerorts oder an Durchgangsstraßen.
3. Nichts für „ich will Komfort“
Wenn du abends heiß duschen willst, morgens frische Brötchen suchst und dein Kind einen Spielplatz braucht – dann kann ein Stellplatz frustrierend sein.
Was ist ein Campingplatz?
Ein Campingplatz ist eine touristische Anlage mit klarer Infrastruktur.
Hier geht es um Aufenthalt, nicht nur Übernachtung.
Du bekommst:
- Parzellen oder Stellflächen
- Sanitäranlagen
- Stromanschluss
- Rezeption
- oft Freizeitangebote
Campingplätze sind darauf ausgelegt, dass du bleibst.
Nicht nur parkst.
Typische Campingplatz-Ausstattung
Je nach Platz (von basic bis Luxus):
- ✔ Duschen & Toiletten
- ✔ Strom & Wasser am Platz
- ✔ Waschmaschinen
- ✔ Spielplätze
- ✔ Brötchenservice
- ✔ Restaurant / Kiosk
- ✔ Animation (Kinder, Ferienzeiten)
- ✔ WLAN (…meist 😅)
Und oft:
- feste An- & Abreisezeiten
- Mittagsruhe
- Platzordnung
Für wen Campingplätze ideal sind
Campingplätze sind Gold wert, wenn du:
- mit Kindern reist
- mehrere Tage bleiben willst
- Komfort brauchst
- dein Fahrzeug nicht autark ist
- Sicherheit & Struktur magst
- soziale Kontakte willst
Gerade für:
- Familien
- Camping-Anfänger
- längere Urlaube
- Schlechtwetter-Tage
Die Nachteile von Campingplätzen (ja, die gibt’s)
1. Weniger Freiheit
Spontan kommen & gehen?
Oft schwierig.
2. Mehr Regeln
Mittagsruhe, Grillverbot, Hundeleinenpflicht, Schranke, Zeiten.
Kann entspannen – oder nerven.
3. Kosten
Campingplätze sind deutlich teurer.
Gerade in Ferienzeiten.
4. Weniger „Naturgefühl“
Parzelle an Parzelle.
Nachbarn zum Anfassen.
Stellplatz vs. Campingplatz – der direkte Vergleich
Kosten
- Stellplatz: 0–15 €
- Campingplatz: 20–50 €+
Spontanität
- Stellplatz: hoch
- Campingplatz: gering bis mittel
Komfort
- Stellplatz: niedrig
- Campingplatz: hoch
Familienfreundlichkeit
- Stellplatz: kommt drauf an
- Campingplatz: sehr hoch
Aufenthaltsdauer
- Stellplatz: kurz
- Campingplatz: lang
Was Anfänger fast immer falsch einschätzen
👉 „Wir stellen uns einfach irgendwo hin.“
👉 „Stellplatz ist wie Campingplatz, nur billiger.“
👉 „Das wird schon gehen ohne Dusche.“
Nein.
Und genau hier entstehen Frust, Stress und das berühmte:
„Wohnmobil ist nix für uns.“
Mein ehrlicher Tipp:
Als Anfänger: beides ausprobieren.
Aber fang lieber mit Campingplatz an – und arbeite dich zu Stellplätzen vor.
Mit Kindern: Stellplatz oder Campingplatz?
Jetzt wird’s wichtig.
Stellplatz mit Kind – kann funktionieren, wenn:
- dein Kind älter ist
- ihr autark seid
- es nur eine Nacht ist
- kein schlechtes Wetter
- wenig Verkehr & Ruhe
Campingplatz mit Kind – fast immer entspannter:
- Spielplatz
- Platz zum Toben
- Duschen
- andere Kinder
- weniger Diskussionen
👉 Mit Kind ist der Campingplatz oft die stressfreiere Wahl.
Mit Hund: großer Unterschied
- Stellplatz: oft unkomplizierter, aber weniger Auslauf
- Campingplatz: klare Regeln, Leinenpflicht, manchmal Hundeduschen
Hier entscheidet der Platz – nicht die Kategorie.
Sicherheit & Gefühl
Ein Punkt, über den kaum jemand spricht:
Wie sicher fühlst du dich?
- Stellplatz: offen, öffentlich, manchmal einsam
- Campingplatz: abgeschlossen, beleuchtet, kontrolliert
Gerade allein oder mit Kind kann das Bauchgefühl entscheidend sein.
Stellplatz + Campingplatz kombinieren = Jackpot
Mein persönlicher Lieblingsweg:
- 🚐 Durchreise & Städte: Stellplatz
- 🏕️ Mehrere Tage & Erholung: Campingplatz
So nutzt du beide Vorteile – ohne dich festzulegen.
Fakten & kleine Wahrheiten (die dir keiner sagt)
- Viele Stellplätze werden abends voll
- Campingplätze sind in Ferien lange vorher ausgebucht
- Stellplatz heißt nicht automatisch kostenlos
- Campingplatz heißt nicht automatisch laut
- Autarkie = Freiheit
- Infrastruktur = Entspannung
Häufige Fragen (FAQ)
Goodies für dich 💛
Mini-Entscheidungshilfe
Frag dich vor jeder Buchung:
- Bleiben oder weiterfahren?
- Komfort oder Freiheit?
- Kind dabei?
- Wetter gut oder mies?
- Energielevel hoch oder leer?
Mein persönlicher Merksatz:
👉 Wenn alles anstrengend ist – Campingplatz.
👉 Wenn alles leicht sein darf – Stellplatz.
Mein ehrliches Fazit
Die Frage ist nicht:
Stellplatz oder Campingplatz?
Die Frage ist:
Was brauchst du gerade?
Mehr Ruhe?
Mehr Freiheit?
Mehr Komfort?
Mehr Leichtigkeit?
Wohnmobilreisen heißt nicht, immer alles gleich zu machen.
Sondern situativ zu entscheiden.
Und genau darin liegt der Zauber.
Du darfst wechseln.
Du darfst ausprobieren.
Du darfst deine Meinung ändern.
Und wenn du irgendwann sagst:
„Heute einfach nur ankommen“ –
dann weißt du ganz genau, welcher Platz der richtige ist. 💛
Alles Liebe

